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Reporter-Forum 2015 – Das Programm

Day 1
09 Okt 2015

Lightning Talks

Gülsha Adilji (Joiz), Nadja Brenneisen (Vice) und Mämä Sykora (Zwölf) geben in diesen kurzen «Lightning Talks» ihre ganz eigene Sicht auf den Journalismus und die Rolle des Reporters. Nach dem Motto: Nichts ist verboten, alles ist möglich.
Nadja Brenneisen
Gülsha Adilji
Mämä Sykora

So geht digitale Dramaturgie

Multimedia-Reportagen haben sich zum neuen Kür-Format im Internet gemausert. Wie erzählt man Geschichten in Text, Bild, Video und Ton? Michael Hauri von der preisgekrönten Produktionsfirma 2470media lässt in seine Werkstatt schauen. Und der Reporter Cordt Schnibben (Der Spiegel) geht noch einen Schritt weiter: Wie kann man sein Publikum in die Reportagen mit einbeziehen – und so besser machen? Der moderne Reporter, der das Netz nicht als Bedrohung sieht, kann besser erzählen –  sinnlicher, hintergründiger, vielfältiger. Allerdings nur, wenn er Text, Foto, Video, Grafiken so kombiniert, dass jedes Medium seinen Stärken gemäß zur Geltung kommt. Diese digitale Dramaturgie unterscheidet sich stark von der...
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Michael Hauri
Cordt Schnibben

Textworkshops

In diesen Workshops werden eingesandte Texte der Teilnehmer von preisgekrönten Reportern analysiert und besprochen. Die Workshops finden 4 Mal parallel zu den anderen Veranstaltungen statt, in kleinen Gruppen von jeweils 10 Personen. Eine Anmeldung ist erforderlich. Anmeldungen mit Text-Einsendung werden bevorzugt. Workshopleiter sind: Barbara Klingbacher (NZZ Folio) Barbara Achermann (Annabelle) Guido Mingels (Der Spiegel) Ariel Hauptmeier (Correct!v)
Barbara Achermann
Guido Mingels
Barbara Klingbacher

«Burn the script!» – Geschichten erzählen ohne Drehbuch?

Wie können sich Reporterinnen und Reporter für den Aufbruch ins Unbekannte, noch nicht Beschriebene bezahlen lassen, wenn wir erst einmal noch keine Geschichte zu verkaufen haben? Der philippinische Filmemacher Lav Diaz verbrennt seine Drehbücher, sobald sie ihm Geld eingebracht haben und schreibt seine Szenen an jedem Drehtagmorgen neu. Können wir Reportagen schreiben, wie Lav Diaz Filme macht? Dafür sorgen, dass sich «etwas auftut, wenn man darauf eingeht», wie Filmredaktor Pascal Blum über Lav Diaz’ Filme schreibt? Der junge Schweizer Filmemacher, Drehbuchautor und Diaz-Schüler Cyrill Schäublin widmet sich zusammen mit Blum diesen Fragen und gibt Einblicke in Lav Diaz Werk.  
Pascal Blum
Cyril Schäublin

Vom Journalist zum Flüchtling

Sie waren Journalisten. Und deswegen wurden sie zu Flüchtlingen. 2008 floh Kairat Birimkulov, damals ein bekannter TV-Moderator in Kirgistan, mit seiner Familie in die Schweiz, weil er wegen einer Recherche über eine Eisenbahngesellschaft verprügelt und weil seine Frau eingeschüchtert worden war. Und 2010 floh Khusraw Mstafanejad, damals ein Blogger im Iran, zuerst in den Irak und dann in die Schweiz, weil seine Website wegen seiner politischen Aktivitäten blockiert und er gefangengenommen worden war. Kairat Birimkulov und Khusraw Mstafanejad erzählen, was es heisst, ausserhalb der Komfortzone, wie wir sie in der Schweiz kennen, Journalist zu sein. Und sie erzählen, warum sie auch...
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Khusraw Mstafanejad
Kairat Birimkulov

Der eigenen Wahrnehmung trauen

Ein zähes Gefühl: Sie schreiben einen Text, eine Reportage oder ein Porträt, aber am Ende steht da nicht das, was Sie sagen wollten. Der Text hat sich irgendwie selbst geschrieben – zusammengesetzt aus Konventionen, Stilelementen, die Sie vom Kollegen XY geborgt haben, vermeintlichen Erwartungen der Redaktion und einem Schuss Verunsicherung. Zuhause erzählen Sie über die Geschichte jedenfalls etwas ganz anderes als das, was Sie Ihren Lesern erzählen. Über diese Problem will Heike Faller, Reporterin beim ZEIT Magazin, in diesem Workshop reden. Es ist übrigens kein Luxusproblem, denn wenn für Texte heute noch gut bezahlt wird, dann deshalb, weil der Text besonders ist – und nicht so klingt als habe...
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Heike Faller

Krisenberichterstattung: Die Geschichte hinter dem Knall

Sie sind Türöffner, Kompass und Prellbock. Kein Auslandsjournalist kommt ohne sie aus, schon gar nicht in Krisengebieten. Und doch kennt ihre Namen keiner: die lokalen Mitarbeiter oder Stringer, Fixer, Producer, wie sie genannt werden. Sie stellen Kontakte her, organisieren Termine und schlagen sich mit den Behörden herum, sie übersetzen, interpretieren Sitten und Gebräuche und erledigen manchmal so scheinbar banale Dinge wie Essen besorgen. In einem Land wie dem Irak erkennen sie nicht nur Gefahren, sie werden auch bedroht. Wie funktioniert unter solchen Umständen die Zusammenarbeit? Was ist, wenn es doch mal kritisch wird? Wie kommen die Ideen für die Geschichten...
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Inga Rogg

Neue Strukturen, neues Glück?

Haben die Verlage ausgedient? Das finden zumindest Correct!v, Dossier und Follow the Money. Die drei Journalismus-Start-Ups aus Deutschland und Österreich ziehen Fazit aus ihrer Anfangszeit und zeigen, was sie anders machen als herkömmliche Redaktionen. Ariel Hauptmeier (Correct!v), Sahel Zarinfard (Dossier) und Marcus Pfeil (Follow The Money) erzählen von investigativen Undercover-Recherchen, preisgekrönten Datenjournalismusprojekten und einer interaktiven Jagd auf ein verschwundenes Gemälde.
Marcus Pfeil
Sahel Zarinfard

Das Grosse im Kleinen: Lokalreportagen

Schon klar, alle Geschichten sind irgendwie lokal. Gut erzählte Lokalgeschichten sind trotzdem eine Seltenheit. Warum eigentlich? Wie erkennt man die grosse Story im kleinen Raum? Wie erzählt man sie? Und wie bringt man den Ressortchef dazu, sie anstelle des Berichts vom Spatenstich abzudrucken? Vier preisgekrönte, furchtlose und legendäre Lokaljournalisten geben ihre Erfahrungen weiter.  – Cyrill Pinto, Blick-Reporter, zuvor Rote Anneliese – Markus Rohner, freier Journalist für diverse Medien – Samuel Tanner, Reporter Basler Zeitung, zuvor Rheintaler
Markus Rohner
Samuel Tanner
Cyrill Pinto

Die Kunst des Podcasts

Sie hat den beliebtesten Podcast des Sommers gemacht – innovativ, frisch und unglaublich raffiniert erzählt: Die «Mystery Show» der Amerikanerin Starlee Kine. Kine kommt eigens aus New York und erzählt in ihrer quirligen Art, wie sie ihr Traumformat «Mystery Show» gegründet hat, welche Geschichten für sie am besten funktionieren und warum Audio-Longform-Reportagen zum neuen Trend werden. Eine Stunde voller berührender Momente, ausgebuffter Tricks und einer ordentlichen Portion «Mystery» – moderiert von Tobias Gasser («Echo der Zeit»). Der Workshop ist in englisch. Eine Auswahl an Folgen: Der Cowboy Hans Jordi und die Gürtelschnalle (Mystery Show) Britney (Mystery Show) Break-Up Song (This American Life)  
Starlee Kine

Warum wir Journalisten am „Terror“ scheitern

Bart, Turban, Bombe: Islamist? Terrorist? Oder doch eher Freiheitskämpfer? Wann bezeichnen wir einen Menschen als Terroristen, wie finden wir heraus, warum sich einer in die Luft sprengen will und was das bedeutet, wenn er es tatsächlich tut? Und wie erzählen wir das alles dem Leser, ohne uns vor den Karren der Kriegstreiber spannen zu lassen – im Bewusstsein unserer kultur- und weltpolitischen Vorbelastungen? Diesen Fragen stellen wir uns mit Aktham Suliman, dem syrischstämmigen Gründer des Al-Jazeera Büro in Deutschland, der seinen Job  im Protest gegen politische Vereinnahmung kündigte, und Yassin Musharbash, Arabist und stellvertretender Leiter des Ressorts für investigative Recherche bei...
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Yassin Musharbash
Aktham Suliman

Wie man eine Spiegel-Titel-Reportage mit 10 Leuten schreibt

Der Schweizer Mathieu von Rohr ist stellvertretender Auslandschef bei Der Spiegel und koordiniert regelmässig grosse Reporter-Teams. Am Beispiel des Attentats auf Charlie Hebdo erzählt er, wie man dabei vorgeht – und warum am Ende alles wie aus einer Feder klingt. Als Lektüre sind folgende Texte empfohlen:
Mathieu von Rohr

Beyond Journalism: Vom Journalisten zum Visionär

Gerade ist der langjährige «Economist»-Krisenkorrespondent Jonathan M. Ledgard dabei, den ersten Drohnenflughafen der Welt zu bauen. In Nairobi, zusammen mit dem britischen Stararchitekten Norman Foster und der EPFL Lausanne. Wo er nebenbei ein eigenes Afrika-Forschungszentrum mitbegründete: die «Future Africa Initiative». Ledgard ist einer jener visionären Journalisten, die weitergehen nach einer Karriere als Journalist, die aufsteigen, statt auszusteigen. Mehr als PR. So wie einst US-Journalist und WIRED Magazin Ahnherr Stewart Brand, den viele als Erfinder des Personal Computers und der «Hacker»-Kultur sehen. Ledgard wird uns erzählen, wie er es gemacht hat – wie er begann seine Vision zu leben (und nebenbei...
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Jonathan Ledgard

Die Gewalt im Nacken – Journalismus in El Salvador

Wie soll man Journalismus betreiben im Land mit der höchsten Mordrate weltweit? In El Salvador, halb so gross wie die Schweiz, werden täglich durchschnittlich 16 Menschen ermordet. Banden namens Maras terrorisieren die Gesellschaft. Doch die Reporter der investigativen Online-Zeitung elfaro.net zählen nicht nur die Toten. Sie versuchen, das Phänomen der Gewalt zu verstehen und kennen die Bandenstrukturen – weil sie mit den Kriminellen reden. Das Team schafft es dank seinen Recherchen, falsche Darstellungen der Regierung zunichte zu machen. elfaro.net ist mehrfach ausgezeichnet worden und ist heute als reines Online-Medium in Lateinamerika Leitmedium und Leuchtturm im Journalismus. Carlos Dada, Gründer und...
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Carlos Dada

Das Podium der grossen Erzähler

Der Schriftsteller Lukas Bärfuss und die Reporterin Margrit Sprecher unterhalten sich über die Tradition des Erzählens in der Schweiz, Schreibstile, Modethemen und die Grenzen zwischen Fiktion und Non-Fiktion. Moderiert von Daniel Puntas Bernet (Reportagen).
Lukas Bärfuss

Reporter-Party

Die Abschluss-Sause im Helsinki Club (Escher-Wyss-Platz, 8005 Zürich) mit DJ Patex und MT Dancefloor. Gratis für alle Forums-Teilnehmer!