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Die Gewalt im Nacken – Journalismus in El Salvador

Reporter unter Druck
09 Okt 2015
15:45 - 17:00
Grüner Saal

Die Gewalt im Nacken – Journalismus in El Salvador

Wie soll man Journalismus betreiben im Land mit der höchsten Mordrate weltweit? In El Salvador, halb so gross wie die Schweiz, werden täglich durchschnittlich 16 Menschen ermordet. Banden namens Maras terrorisieren die Gesellschaft. Doch die Reporter der investigativen Online-Zeitung elfaro.net zählen nicht nur die Toten. Sie versuchen, das Phänomen der Gewalt zu verstehen und kennen die Bandenstrukturen – weil sie mit den Kriminellen reden. Das Team schafft es dank seinen Recherchen, falsche Darstellungen der Regierung zunichte zu machen.

elfaro.net ist mehrfach ausgezeichnet worden und ist heute als reines Online-Medium in Lateinamerika Leitmedium und Leuchtturm im Journalismus. Carlos Dada, Gründer und ehemaliger Direktor, gibt in diesem Panel Einblick in die Redaktion in San Salvador und die Arbeit mit und über die Maras. Und er spricht über sein aktuelles Buchprojekt über El Salvadors Todesschwadronen und die Ermordung von Erzbischof Oscar Romero.

Das Panel ist in englisch.

Leseempfehlungen (Texte in Englisch)

Carlos Dada über elfaro.net im Harvard Magazine:

«For the first seven years, everybody involved in the production of El Faro worked on a voluntary basis. We were not successful selling ads and we didn’t have a proper business plan. But our stubbornness paid off.» http://revista.drclas.harvard.edu/book/el-faro

 Dada findet in den USA ein Mitglied der Todesschwadronen, die 1980 Erzbischof Óscar Romero ermordeten. Die Veröffentlichung des Interviews in elfaro.net 30 Jahre nach der Ermordung hat grosse Wellen geschlagen. «How we killed Archbishop Romero»

Im Mai 2015 wurde Erzbischof Romero von Papst Franziskus Seelig gesprochen. The Beatification of Óscar Romero im „The New Yorker“.

Should the Media Actively Support Transitional Justice Efforts? Article for the International Center for Transitional Justice in New York.