Wie viele Frauen mit Nikab sind dir heute schon über den Weg gelaufen? Im Sommerloch laufen Schweizer Medien heiss um die Frage, ob es ein schweizweites Burkaverbot braucht. Die Anzahl totalverhüllter Frauen kann man in der Schweiz laut Islamwissenschaftlern an zwei Händen abzählen. Item.

Gleichzeitig campieren am Bahnhof im italienischen Como hunderte von Flüchtlingen aus Eritrea und Somalia. Nach der langen Reise über das Mittelmeer gestrandet vor der Schweizer Grenze. Es hat etwas gedauert, bis die Berichterstattung über das wilde Flüchtlingslager mit Sicht über das Touristenstädtchen am Comer See angelaufen ist. Aber die Sonntagspresse hat sich nun zuweilen doppelseitig dem Thema angenommen – zum Beispiel hier oder hier.

Aus sicherem Abstand wird über die Kriegswirren in Syrien berichtet. Die Kurden feiern Erfolge, die IS-Extremisten vermutlich anderswo. Wer mit wem gegen wen, ist kaum mehr erkennbar. Je länger Kriege dauern, desto uninteressanter werden sie, schreibt Christoph Reuter in seinem Artikel über Homs. Die einstige Rebellenhochburg, die nicht mehr existiert. Und die Leute, die ihm kurz vor der Eskalation halfen und filmten, was geschah: Alle tot.

Der Krieg hat Sympathisanten für den Islamischen Staat angelockt. Einige kehren, wenn sie überleben, nach Europa zurück. Wie gehen wir mit ihnen um? Die Psychologie kennt eine goldene Regel: If I am warm, you are usually warm. If I am hostile, you are too. But what happens if you flip the script and meet hostility with warmth? Hanna Rosin zeigt in ihrem Invisibilia-Podcast, wie es ein kleines Städtchen in Dänemark schafft, junge radikalisierte Moslems zurück in die Gesellschaft zu holen – oder zumindest mit einer grossen Erfolgsquote. Hauptprotagonist ist Jamal, ein junger Somalier, der in Dänemark geboren wurde. Quasi ein Papierli-Däne, er dies zu spüren bekam.

Neben Burka-Lokalposse, Flüchtlingen und Krieg sind die Olympischen Spiele eine willkommene Abwechslung. Besonders wenn ein kleines Wunderpaket wie die amerikanische Athletin Simone Biles in eine multimediale Show verpackt wird wie hier in der New York Times.

Und um noch auf ganz andere Gedanken zu kommen, zum Abschluss einen Abstecher ins Blair Witch Project, respektive von Brasilien etwas weiter nach oben auf dem lateinamerikanischen Kontinent in den Dschungel von Panama. Dort waren zwei Holländerinnen verschwunden – und Wochen später gefunden worden. Der Artikel rekonstruiert den Irrweg der beiden jungen Frauen anhand von geleakten Dokumenten und Bildern auf der gefundenen Fotokamera. Schauderhaft, mehr als lesenswert.