Reporter-Forum 2019

20. September 2019, Volkshaus Zürich

Reporter-Forum 2019

20. September 2019, Volkshaus Zürich

RFCH2019-Programm2_Seite_1

Lightning Talk: Gabi Schwegler

Immer wieder verlassen noch junge Talente den Journalismus. Was fehlt unserer Branche, um Talente zu halten? Und wie können wir sie zurückgewinnen? Die ehemalige Reporterin (SonntagsBlick, Sonntagszeitung) und heutige Lehrerin Gabi Schwegler las uns die Leviten.

rfch19-19

Live vom Deck der Sea-Watch 3

Die Geschichte der 17-tägigen Odyssee der Sea-Watch 3 und seiner Kapitänin Carola Rackete ging um die Welt – und löste eine der heftigsten politischen Debatten dieses Sommers aus. Von den einen wurde die Kapitänin und ihre Crew als Helden gefeiert, von anderen als «Menschenschmuggler» beschimpft. Mittendrin waren die NDR-JournalistInnen Nadia Kailouli und Jonas Schreijäg, die seit Anfang auf dem Schiff mitfuhren.
Auf dem Panel erzählen sie, wie sie die Geschichte erlebt haben; wie es ist, aus dem Auge eines internationalen Mediensturms zu berichten und wie man sich entscheidet, was man filmen will (und was nicht). Moderation: Julian Schmidli (SRF).

Audio-File

rfch19-28

Sind wir noch glaubwürdig? Über den Umgang mit Zitaten

Fake News, Medienwandel, Klimalügner: In Zeiten wie diesen ist Glaubwürdigkeit das höchste Gut von Journalistinnen und Journalisten. Unser Umgang mit Zitaten und O-Tönen wird immer wieder kritisiert. In einer Town Hall wollen wir mit Euch darüber sprechen: Wie handhabt man das Gegenlesen von Zitaten, schickt man bloss einzelne Sätze oder gleich ganze Texte? Was ist noch fair für die Protagonisten und ab wann lässt man sich als Journalistin instrumentalisieren? Sind wir vielleicht selber schuld, dass die Gegenles-Kultur sich in der Schweiz derart etabliert hat?

Nicole Döbeli (Landbote), Barbara Achermann (Die Zeit) und Lukas Mäder (NZZ) erzählen von ihren Erfahrungen, diskutierten mit uns Best-Practice-Modelle und Fälle, die in einem Debakel endeten.

Moderation: Aline Wüest (SonntagsBlick)

Audio-File

rfch19-24

Lost in Translation: Wie man kulturelle Unterschiede in Teams überbrückt

Agiles Entwickeln, Vademecum, Kanban-Board – die Arbeit in journalistischen Teams beinhaltet immer mehr Spezialisten aus unterschiedlichen Richtungen. Wie redet man miteinander anstatt aneinander vorbei? Wie bildet man Teams auf Augenhöhe? Was sind die grössten kulturellen Fettnäpfchen – und wie überbrückt man sie als Teamleader?
Die beiden erfahrenen Teamleader Marina Bräm (Tamedia) und David Bauer (NZZ) erzählen von ihren Erfahrungen und stellen die Frage: Wie bekommt Verlagen der Start-Up-Groove? Moderation: Christof Moser (Republik)

Audio-File

rfch19-57

Damit auch alles stimmt: Wie Faktenprüfer arbeiten

Sie sorgen dafür, dass jedes Detail und jede Zahl korrekt ist – und sie sind zu gefragten Personen geworden. Die Arbeit der Fact-Checker sichert die Glaubwürdigkeit der Medien. Mit Akribie überprüfen sie Texte, recherchieren zusätzliche Quellen und kontaktieren Protagonisten.
Regina Franke von der Verifikationsabteilung der Zeitschrift GEO-WISSEN erzählt aus ihrem Arbeitsalltag; wie sie vorgeht, beim Überprüfen von Texten. Was rät sie Journalistinnen und Journalisten, um Fehler in ihren Texten zu vermeiden? Was sind die häufigsten Fehler? Und was passiert, wenn doch mal ein Fehler durchrutscht?

rfch19-54

Pressefreiheit unter Druck - Journalismus in Polen und der Slowakei 

Aus Protest verliessen sie ihre traditionsreiche Zeitung in der Slowakei. Und gründeten eine neue: Denník N. Seit fünf Jahren berichten die Journalistinnen und Journalisten von Denník N unabhängig und kritisch über das Geschehen in ihrem Land. Auch über die Ermordung des Journalisten Ján Kuciak und seiner Verlobten Martina Kušnírová. Kuciak hatte über die Nähe der italienischen Mafia zur slowakischen Politik recherchiert. Das Team von Denník N hat mit seiner Arbeit Erfolg ­- allen Widrigkeiten zum Trotz. Denn Politiker und Wirtschaftsvertreter machen Stimmung gegen Journalistinnen und Journalisten. Tomáš Bella, Mitbegründer und Online-Chef der Zeitung, erzählt von den Hürden seiner Arbeit.
Auch in Polen steht die Pressefreiheit unter Druck. Das öffentlich-rechtliche Fernsehen hat die Regierung nach ihren Vorstellungen umgebaut. Die polnisch-deutsche Journalistin Emilia Smechowski hat das vergangene Jahr in Danzig verbracht. Wie frei war die freie Journalistin beim Recherchieren und Schreiben während dieser Zeit? Welche Erfahrungen hat sie mit Politik und Medien gemacht? Und was bedeutet all das für ihre Arbeit als Journalistin heute?

Moderation: Katharina Brenner (St. Galler Tagblatt)

Audio-File

rfch19-52

#Mediatoo: Sexismus in der Medienbranche – Wir haben ein Problem

Recherchen im eigenen Garten sind immer unbequem. Besonders ungemütlich wird es, wenn dabei Erschreckendes herauskommt. Monatelang hat der Recherchedesk Tamedia unter der Leitung von Simone Rau eine anonyme Umfrage zu sexueller Belästigung in der Medienbranche durchgeführt und ausgewertet sowie mit Betroffenen gesprochen. Die Recherche zeigt: Journalistinnen sind besonders stark von Übergriffen betroffen - durch Kollegen, Interviewpartner, Chefs.
Bisher sind in der Schweiz nur wenige Fälle bekannt geworden, über das Thema wird kaum berichtet. Die Daten der Umfrage sprechen eine klare Sprache. Jetzt stellt sich die Frage: Wie gehen wir damit um? Und was tun wir, damit es besser wird?

Audio-File

rfch19-46

Wenn in Bern die Lichter ausgehen

Die Medienkonzentration hat auch im Politjournalismus schwere Flurschäden hinterlassen. Wo zeigen sich die Folgen? Erleben wir gerade das letzte Wahljahr mit einer Vielfalt traditioneller Medien? Und wer profitiert von dieser Entwicklung?
 
Diskussion mit Verena Vonarburg (Cheflobbyistin für Ringier, früher Bundeshausredaktorin Tages-Anzeiger und Lobbyistin bei Furrerhugi), Gerhard Pfister (Parteipräsident CVP) und Priscilla Imboden (Radio SRF). Moderation: Christoph Lenz (Tamedia).

Audio-File

rfch19-73

Das Ende der Welt (und wie wir darüber berichten sollten)

Angesichts der drohenden Katastrophe sollten Journalisten eigentlich nur noch ein Thema kennen: die Klimaerwärmung. Doch wie sollen Journalisten darüber berichten? Wie gehen Medien mit Wissenschaftlern und Politikern um, die einen menschgemachten Klimaerwärmung leugnen? Wo beginnt unnötiger Alarmismus – und wann überschreiten Journalisten die Grenze zum Aktivismus?
Wir diskutieren darüber mit Marcel Hänggi (Freier Wissenschaftsjournalist und Klimaaktivist), Axel Bojanowski (Bild der Wissenschaft) und Viktoria Cologna (Umweltverhaltensforscherin ETH Zürich).

Moderation: Elia Blülle (Republik)

Audio-File

rfch19-70

Wie bekommt man „echte Menschen“ in den Politikteil? 

Sofort leuchtet ein, dass wir im Politikteil viel über Amts- und Funktionsträger schreiben. Politiker der Regierung und der Opposition sind unser Personal, Kandidaten, Experten zu allen möglichen Fragen, Verbandsfunktionäre, Juristen. Weibliche Vertreter bitte mitdenken – wobei da schon das Problem beginnt: Wir berichten etwa doppelt so oft über Männer wie über Frauen. Von der Geschlechterparität abgesehen, stellen wir uns die Frage: Wie schaffen wir es, Menschen ins Blatt zu bekommen, die nicht Politik machen, sondern von Politik betroffen sind?
Der besondere Einzelfall hat etwas Beliebiges, manchmal auch etwas Reißerisches; die Geschichte einer besonders durchschnittlichen Person ist meistens eben doch eher uninteressant. Und natürlich fragen wir uns: Warum muss das überhaupt sein? 

Die Co-Ressorleitern des Politik-Teils der Zeit, Elisabeth Raether, über eine andere Form der Politikberichterstattung.

Audio-File

rfch19-89

Maulkorb versus Medienfreiheit

Niemand steht in der Medienlandschaft derart im Fokus wie JournalistInnen von öffentlich-rechtlichen Sendern. Der Druck ist gross.  Der Eklat um den ORF-Moderator Armin Wolf wirft dieses Jahr alte, aber umso wichtigere Fragen auf: Was dürfen JournalistInnen, was müssen sie? Wie unterschiedlich verhalten sich die Aushängeschilder der grossen, deutschsprachigen Sender?  Wie berichten sie im Zeitalter von Wutbürgern, Twittertiraden und Gebührendiskussionen? 
Wir diskutieren darüber mit den zwei Anchors Georg Restle (Monitor / WDR) und Susanne Wille (10vor10 / SRF). Georg Restle fällt mit seinen Positionen auf und meint: Neutralität gibt es nicht. Journalismus muss werteorientiert sein. Und Susanne Wille sagt: Haltung: Ja. Parteipolitische Meinung: Nein: Es sei entscheidend, dass öffentliche Medienhäuser für eine lebendige Demokratie der Spaltung der Gesellschaft entgegenwirken.

Moderation: Nick Lüthi (Medienwoche)
 

Audio-File

rfch19-99

Community-Journalismus im Lokalen - der Leser arbeitet mit 

In der Community sind Experten, Geschichtenerzähler und Rechercheure. Aber wie kann man sie einbinden?
Justus von Daniels (Correctiv) hat mit seinem Team eine gigantische Datenrecherche über den Wohnungsmarkt in mehreren Städten lanciert und zahlreiche Missstände aufgedeckt. Sarah Heil stellt das Mainzer Online-Portall Merkurist vor, bei dem einzig die Community entscheidet, worüber ihre ReporterInnen berichten sollen. Und Luca Ghiselli (St. Galler Tagblatt) erzählt, wie er Ideen aus der Community gewinnt und wie Leserinnen und Leser ihn bei seiner Arbeit unterstützen.

Audio-File

Bedauerlicherweise ist die zweite Hälfe des Videos ohne Bild.

100 Tage Frauenstreik: Wie besiegen wir die Machokultur auf den Redaktionen?

100 Tage sind seit dem Frauenstreik vergangen. Diesem 14. Juni, als Veränderung in der Luft lag – und viele Journalistinnen sich in den Armen. Weil sie begriffen: Egal in welcher Redaktion ich arbeite, die anderen fühlen wie ich, erleben das gleiche, auch wenn es manchmal schwer in Worte zu fassen ist. Zusammen mit einer halben Million anderer Frauen trugen Journalistinnen ihre Wut auf die Strasse. Und damit auch ihre Hoffnung, dass sich an der Kultur in den Redaktionen etwas ändert – mehr Frauen angestellt werden, mehr Frauen in Chefpositionen kommen, mehr Gleichberechtigung im Redaktionsalltag. Die Ernüchterung kam schnell. Es gibt Medienhäuser, in denen es seit dem Frauenstreik eher schwieriger als einfacher wurde für Journalistinnen. In aller Konsequenz kann das heissen: Journalistinnen verlassen desillusioniert einen Beruf, den sie lieben. Weil sie es leid sind, ständig zu kämpfen und doch keinen Veränderung zu sehen.
Wir wollen deshalb darüber diskutieren, wie wir die Macho-Kultur in unseren Redaktionen besiegen können. Und vor allem darüber reden, was sich ändern muss, damit Journalisten und Journalistinnen gleichberechtigt ihre Arbeit tun können.

Gäste: Sarah Serafini (Watson), Olivia Kühni (Republik), Elisabeth Raether (Die Zeit) und Nadine Jürgensen (Freie Journalistin)

Moderation: Christoph Keller (podcastlab.ch)

Die Audio-Mitschnitte der beiden Panels «Conviction Podcast» und «BBC Africa Eye» sind wegen Vertraulichkeit nicht öffentlich zugänglich. TeilnehmerInnen können aber für den privaten Gebrauch per Mail eine Kopie davon bekommen.

Unterstützt von ...

logosyndicom
volkshausloog
logo_zpv_kl2
tibits_4c_pos_os
LogoWT-Zweizeilig72dpi

© Reporter-Forum Schweiz 2015-2019 – Impressum – Kontakt: info[ätt]reporter-forum.ch ⧇ Twitter ⧇ Facebook ⧇ Instagram

© Reporter-Forum Schweiz 2015-2019 – Impressum – Kontakt: info[ätt]reporter-forum.ch ⧇ Twitter ⧇ Facebook ⧇ Instagram

© Reporter-Forum Schweiz 2015-2019 – Impressum – Kontakt: info[ätt]reporter-forum.ch ⧇ Twitter ⧇ Facebook ⧇ Instagram

© Reporter-Forum Schweiz 2015-2019 – Impressum – Kontakt: info[ätt]reporter-forum.ch ⧇ Twitter ⧇ Facebook ⧇ Instagram