|

Reporter-Forum 2018

Dokumentation vom 19. Oktober 2018 im Volkshaus, Zürich

Audio- und Video-Dokumentation

Lightning Talk: Jolanda Spiess-Hegglin

Die Journalistin und Aktivistin über die Macht der Medien.

Rysers Köppel

Zwei Jahre hat Daniel Ryser an seinem neusten Buch recherchiert, einer unautorisierten Biografie von SVP-Nationalrat und Weltwoche-Chef Roger Köppel. Entstanden ist das politische Sachbuch der Stunde. Hat Ryser Köppel entschlüsselt? Ist er ihm auf den Leim gegangen? Ist das Blockbuster-Journalismus? Und wäre das so schlimm? Am Reporter Forum beantwortete Daniel Ryser alle Fragen. Moderiert von Heidi Gmür (NZZ).

Live aus der Zelle 117

Wie die Gefangenenzeitung «Der Lichtblick» entsteht

Sie recherchieren ohne Zugang zum Internet: Vier Insassen der Justizvollzugsanstalt Tegel in Berlin schreiben in der Gefangenenzeitung «Der Lichtblick» über Gefängnisalltag, Strafvollzug oder Resozialisierung. Sie fragen nach und decken Missstände auf.

«Lichtblick»-Chefredakteur Norbert Kieper erzählte am Telefon von seiner Arbeit bei der Gefangenenzeitung, wie er in diesem speziellen Umfeld recherchiert und was seine Redaktion bewirken kann. Das Gespräch führte Boas Ruh (NZZ am Sonntag).

Der Anhalter

Welche Zutaten braucht es, um eine richtig gute Doku-Serie zu machen? Eine Serie, die über mehrere Folgen hinweg ans Radio fesselt und gleichzeitig als Podcast funktioniert? Es gibt im deutschsprachigen Raum bislang noch nicht viele Produktionen, die das schaffen. Aber den beiden Autoren von DER ANHALTER ist es gelungen. Auf einer Autobahnraststätte lernen sie einen Mann kennen, der Fremden seine abenteuerliche Lebensgeschichte erzählt. Also beginnen die beiden zu recherchieren. Hier erzählen Stephan Beuting und Sven Preger, wie ihre Doku-Serie DER ANHALTER entstanden ist und für den WDR produziert wurde, vor welchen Herausforderungen sie standen und warum sie das Band auch dann noch mitlaufen lassen, wenn sie an ihrem Anhalter verzweifeln und am liebsten alles hinschmeißen würden. Moderation: Stefanie Müller-Frank.

#Failfest

Schweizer Start-Ups reden über ihre grössten Fehler

Sie sind die Hoffnungsträger am Medienhimmel: Start-Ups wie die Republik, Tsüri.ch, Reportagen oder Higgs. In dieser Runde liessen sich Vertreter von vier Schweizer Start-Ups in die Karten blicken und redeten über die grössten Knackpunkte ihrer Projekte. Woran wären sie fast gescheitert? Was waren ihre grössten Fehlentscheide? Was würden sie das nächste Mal anders machen? Generell: Was sind die grössten Hürden, die einem niemand sagt, wenn man vom Journalisten zum Unternehmer wird?
Moderiert von Julian Schmidli (SRF).

Vom Leben zur Geschichte

Jeder hat Geschichten zu erzählen. Ist ja klar. Aber wie bringt man eine Person dazu, sich wirklich zu öffnen? Und wie schreibt man das auf? Bestseller-Autorin Susanna Schwager erzählt uns, wie sie ihre Gespräche führt, wie richtiges Zuhören geht und wie sie ihre Geschichten in Form bringt. Moderation: Hanna Wick (SRF).

Vox Borders

Wie Johnny Harris Web-Dokus neu erfindet

Vox Borders ist ein Phänomen. Die Webserie zieht Millionen von Zuschauern an und wurde gar für einen Emmy für «Outstanding Video Journalism» nominiert. Dabei ist sie das Produkt einer einzelnen Person, Johnny Harris. Von Recherche über Moderation, Kamera, Drohne, Schnitt, Animation bis Soundtrack macht der 30-Jährige alles selbst – und hat sich damit eine eindrückliche Community erarbeitet, die Harris mit ihrer Schwarmintelligenz unterstützt. Wie schafft es Harris, dass fast jedes seiner Videos viral geht? Wie plant er seine Reisen? Was ist der Vorteil der eierlegenden Wollmilchsau? Und wie kriegt er all das mit seiner Familie einen Hut? Moderation: Julian Schmidli (SRF).

Das neue Mediengesetz

Die Medienbranche leidet. Das ist ein offenes Geheimnis. Wäre das neue Mediengesetz eine Lösung? Das «Bundesgesetz über elektronische Medien» ist seit Juni in der Vernehmlassung und sieht neu staatliche Gelder für Online-Medien vor. Wie positionieren sich die Medienhäuser, die Journalistinnen und die Politik? Wer wird die Verteilung der Gelder überwachen? Und: Könnten wir überhaupt noch unabhängig berichten? Eine Einführung von Dominique Strebel.

So wurde das Bündner Baukartell aufgedeckt

Spätestens im April sprachen alle vom neuen Online-Magazin «Republik». In einer vierteiligen Serie berichteten Anja Conzett und Gion-Mattias Durband vom bisher grössten Bauskandal der Schweiz. Mit illegalen Preisabsprachen hatten Bündner Baufirmen jahrzehntelang überhöhte Rechnungen stellen können. Hunderte Millionen verdienten sie daran. Conzett und Durband erzählen, wie sie auf Whistleblower Adam Quadroni trafen, die Verantwortlichen konfrontierten und Fakten überprüften. Das Panel wird moderiert von Franziska Engelhardt.

Inside Inside Paradeplatz

Jeden Morgen von Montag bis Freitag schaltet Lukas Hässig in seinem Blog «Inside Paradeplatz» einen neuen Beitrag auf. Jovial im Ton, oft mit brisanten Inhalten, gerne auch mal kapp unter der Gürtellinie: Der Blog hat unter den Bankern viele Fans – und wahrscheinlich ebenso viele Feinde. Im Alleingang dekonstruierte Hässig den ehemaligen Branchenliebling und ehemaligen CEO der Raiffeisenbank Pierin Vincenz, der zurzeit auf seine Anklage wartet. Wie es ist, einer überschaubaren und anspruchsvollen Klientel tagtäglich den Spiegel vorzuhalten – und welche Gefahren dabei lauern – erzählt uns Lukas Hässig in diesem Panel. Moderation: Alice Kohli.

Bangladesch: Journalismus unter Extrem- Bedingungen

Wenn in Bangladeschs Hauptstadt Dhaka eine Kleiderfabrik brennt, fährt Reporter Julfikar Ali Manik mit seinem Motorrad hin, klettert über die Absperrungen und sammelt verkohlte Kleideretiketten. Anhand der Papierfetzen kann er später rekonstruieren, welche internationalen Modeketten in der maroden Fabrik ihre Kleider produzieren liessen. Kürzlich konnte Manik beweisen, dass die Regierung Millionen von Schulbüchern nach den Wünschen der erstarkten Islamistischen Parteien abändern liess. Er hatte in Dutzenden Schulen recherchiert, und eingeschüchterte Lehrer, Schüler und Eltern dazu gebracht, mit ihm zu sprechen. Im Moment führt Manik viele Gespräche in und um die Flüchtlingscamps der Rohingya. Wer in Bangladesch so arbeitet, lebt gefährlich. Todesdrohungen und Einschüchterungsversuche gehören für Manik zum Alltag. Wie ist es überhaupt möglich, unter solchen Bedingungen zu arbeiten? Warum tut man sich das an? Und wie können wir als europäische Journalisten in einem Land wie Bangladesch Geschichten recherchieren?

STAATLICHE FINANZIERUNG FÜR MEDIEN: YES PLEASE ODER NO-GO?

Podiumsdiskussion zum neuen Mediengesetz mit:

  • Kaspar Surber (Redaktor WOZ)
  • Ronnie Grob (Medienkolumnist NZZ am Sonntag / Stv. Chefredaktor Schweizer Monat)
  • Min Li Marti (Verlegerin/Chefredaktorin P.S. / Nationalrätin SP)

Moderiert von Claudia Blumer (Tages-Anzeiger).

Das Programm 2018

Unterstützt von ...